Archive for August 2011

Generationenkonflikt

26. August 2011

Familien sind oft der beste Hort für jahrzehntelanges passiv-aggressives Verhalten, wie unser Einsender mit diesem kleinen Dialog zwischen Mutter und Tochter beweist.

„Meine Mutter“, schreibt er, „hinterlässt uns (inzwischen erwachsenen) Kindern gerne Zettel mit unseren Aufgaben, wenn wir nach Hause kommen. Der streng wirkende Ton im Brief ist eigentlich normal und nicht böse gemeint, meine Schwester jedoch hatte einen Verbesserungsvorschlag.“

Und auch, wenn wir den Wunsch der Tochter nach liebevolleren Tönen durchaus verstehen können: Der Apfel, liebe Toni, fällt nicht weit vom Stamm…

(Mutter: Bitte das Wohnzimmer anständig saugen + aufräumen! Ruft bitte bei Gerlach an und sagt, dass wir die Suppe morgen holen.

Schwester: Hallo Toni, es wäre nett, wenn du auch noch das Wohnzimmer gründlich saugen würdest. Wir haben auch nicht geschafft, die Suppe zu holen, ruf da bitte an. Bis später, kuss Mama)

Von Hunden und Reimen

5. August 2011

In gemütlich-deutscher Schrebergartennachbarschaft gedeihen passiv-aggressive Blüten am schönsten. Aber freilich will in der Freizeit niemand aggressiv sein, zumal wenn man eng aufeinander hockt, also packt man seinen Ärger über die Mitmenschen in Reime und tut lieber harmlos. Dabei scheißt man dann auch mal gern auf Metrik oder korrekte Zeichensetzung. Das Ganze aber süßen kleinen Hunden in die Schuhe zu schieben, das ist schon der Gipfel an passiv-aggressivem Verhalten.

Von frustrierten Germanisten

5. August 2011

Germanisten – und der Korrektor dieses Kontaktbogens ist ganz sicher einer – sind ja berufsbedingt frustriert, weil ihre sog. „Ausbildung“ nämlich auf keinen Beruf hinführt. Diese Frustration mündet dann oft in kleine, aber durchaus eher aggressive Spitzen gegen diejenigen, die nicht ganz so fehlerfrei sind wie sie. So jedenfalls interpretiere ich dieses kleine passiv-aggressive Fundstück aus der Gastronomie.